Kennen Sie das WEG Gesetz?


Am 15. März 1951 trat das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) in Kraft. Seither ist es in Deutschland möglich, Eigentum an einzelnen Teilen eines Gebäudes zu begründen. Vorher konnte ein Gebäude nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch zwar auch schon mehrere Eigentümer haben, denen jedoch gehörte alles gemeinsam, also jedem gehörte an jeder Wohnung sein Anteil. Mit dem WEG konnte nun jedem sein einzelnes Wohnungseigentum zugewiesen werden. Drei Arten von Eigentum gibt es in der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer: das Sondereigentum an zu Wohnzwecken dienenden Räumen (abgeschlossene Wohnung), das sogenannte Teileigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen (Keller, Speicher) und das gemeinschaftliche Eigentum (Treppenhaus, Waschküche, Heizkeller).

 

Wem gehört Was?


Materiell gesehen, gehört den einzelnen Eigentümern nicht viel – nur die nichttragenden Wände, der Bodenbelag und die Sanitäreinrichtung. Alles andere – auch Fenster, Fassade, Decken, Dach, Balkongeländer – ist nach WEG Gemeinschaftseigentum, mit der Folge, dass alle gemeinsam dafür verantwortlich und auch an den laufenden Kosten dafür beteiligt sind. Diese Kostenbeteiligung richtet sich dabei nach dem jeweiligen Anteil am Gesamteigentum. Dieser Anteil wird in der Regel in Tausendstel ausgedrückt. Kurz: Wer eine große Wohnung hat, zahlt mehr wer eine kleine hat weniger. Das Wohnungseigentum beschränkt sich also hauptsächlich auf die „Luft zwischen den Wänden“ und wie man sie nutzt: selber anderen gegen Miete überlassen oder wieder verkaufen.
 

Teilungserklärung

Die Teilungserklärung ist das Hauptregulativ jeder Eigentümergemeinschaft. Wenn beim Neubau noch keine Gemeinschaft existiert, wird sie vom Bauträger erstellt, der gegenüber dem Grundbuchamt erklärt, welche Räume Sondereigentum, dazugehöriges Teileigentum und was Gemeinschaftseigentum sein soll. Das Sondereigentum ist übrigens insofern „unselbständig“, als es nur zusammen mit einem zugehörigen Anteil am Gemeinschaftseigentum zu haben ist. Die Teilungserklärung muss einen Teilungsplan enthalten. Wichtig: Alle zu einer bestimmten Wohnung gehörenden Räume (Keller) müssen dieselbe Nummer tragen.
 

Sondernutzungsrecht

An manchen Teilen einer Immobilie lässt sich kein Sondereigentum begründen, beispielsweise Gärten oder Stellplätze. Hier behilft man sich mit Sondernutzungsrechten, die einer bestimmten Wohnung zugewiesen werden können. Auch die Kosten für den Unterhalt dieser Flächen können einer bestimmten Wohnung und damit ihrem Eigentümer zugewiesen werden können. Auch die Kosten für den Unterhalt dieser Flächen können einer bestimmten Wohnung damit ihrem Eigentümer zugewiesen werden. Juristisch bleibt damit das Gemeinschaftseigentum erhalten, de facto darf es aber nur ein Eigentümer allein für sich nutzen und muss allein dafür aufkommen.