Wer das neue Schloss zahlen muss

Dass ein Mieter seine Wohnungsschlüssel verliert, kann vorkommen. Was das allerdings für Sie als Vermieter heißt, können sich die wenigsten Mieter vorstellen: Häufig muss der Vermieter deswegen einen Teil der Schließanlage austauschen.

 

Gerade, wenn nicht ganz klar ist, ob die Schlüssel tatsächlich irgendwo im nirgendwo oder vielleicht doch gestohlen wurden. Um eine missbräuchliche Verwendung des Schlüssels auszuschließen, wechseln die meisten Vermieter vorsorglich das Schloss aus.

 

Doch wer muss die Kosten dafür tragen? Ein Mieter aus Pankow musste jedenfalls den vollen Schadensersatzbetrag für den teilweisen Austausch der Schließanlage zahlen.

 

Normalerweise wird bei der Schadensersatzhöhe noch ein Abzug "Neu für Alt" vorgenommen. Doch nicht dieses Mal!

 

Die Begründung des Gerichts: So ein Abzug muss der Vermieter nur hinnehmen, wenn dem Vermieter durch den Austausch ein Vorteil entsteht. Das war jedoch nicht der Fall.

 

Die Schließanlage war trotz ihres stattlichen Alters von 20 Jahren noch voll funktionsfähig. Außerdem hätte sich mit dem Austausch einiger Schlösser weder die Nutzbarkeit der Gesamtanlage verbessert, noch hätte sich dadurch die "Lebensdauer" der gesamten Schließanlage verlängert.

 

Unser Tipp

Der Mieter muss nur dann Schadensersatz zahlen, wenn er den Schlüssel schuldhaft verloren hat und der Vermieter die Schließanlage tatsächlich ganz oder teilweise ersetzt.

 

Allerdings stellt eine neue Schließanlage häufig einen auch finanziellen messbaren Vorteil für den Vermieter dar. Deswegen muss der Vermieter in den meisten Fällen einen Abzug "Neu für Alt" hinnehmen.

 

Das gilt jedoch nicht, wenn die Anlage nur teilweise ausgetauscht wird. Davon hat der Vermieter nämlich meist keinen messbaren Vorteil: Die Anlage wird dadurch nicht besser!