Warum Sie vorher besser abmahnen sollten

Die Gerichte müssen sich immer wieder damit beschäftigen. Denn die Untervermietung an Touristen nimmt sprunghaft zu. Die Angebote auf den Internetportalen machen Angebot und Nachfrage so einfach. Muss der Vermieter jedoch das Untervermieten seines Mieters an Touristen akzeptieren? Damit beschäftigte sich aktuell das Landgericht Amberg.

 

Der Vermieter fand heraus, dass die Wohnung ständig an wechselnde Touristen untervermietet wurde. Sein Mieter hatte nicht die erforderliche Erlaubnis von ihm eingeholt. Der Vermieter kündigte daraufhin das Mietverhältnis fristlos.

 

Vor dem Amtsgericht Amberg erklärte der Mieter, dass ihn sein Vermieter vor einer Kündigung zuerst hätte abmahnen müssen. Nach der Kündigung seines Vermieters nämlich hatte er die Untervermietung auch sofort beendet und keine Touristen mehr in seine Wohnung aufgenommen.

 

Abmahnen erhöht Ihre Kündigungschancen

Der Amtsrichter in Amberg gab noch der Räumungsklage des Vermieters statt.

 

Im Berufungsverfahren gab das Landgericht Amberg jedoch dem Mieter recht. Die Kündigung wurde für unwirksam erklärt.

 

Nach Feststellung des Gerichts hatte der Mieter zwar gegen seine mietvertaglichen Pflichten verstoßen - er hätte die Einwilligung des Vermieters einholen müssen.

 

Eine Kündigung ist jedoch erst nach einer erfolglosen Abmahnung möglich.

 

Unser Tipp

Bei einer unerlaubten Untervermietung sollten Sie als Vermieter vor Ausspruch einer Kündigung immer zuerst abmahnen. Ohne Abmahnung steigt sowohl bei der fristlosen wie auch bei der ordentlichen Kündigung das Prozessrisiko bei einer späteren Räumungsklage.